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Gold-Investments

Video-Transkript

Jenna Dagenhart: Joe Foster, Portfoliomanager der Goldstrategie von VanEck, spricht mit uns über Inflationsrisiken, seinen Ausblick für 2021 und mehr. Joe, der Bullenmarkttrend für Gold ist nach wie vor intakt, aber wir konnten in den letzten Monaten eine gewisse Schwäche und Konsolidierung beobachten. Woran liegt das?


Joe Foster: Nun, Gold erreichte sein Allzeithoch von 2.075 USD pro Unze im August. Seither ist eine Konsolidierung zu verzeichnen. Als das Edelmetall diese Höchststände erreichte, hatte es im letzten Jahr einen sehr starken Lauf hinter sich, sodass eine Konsolidierung angebracht ist. Im September sahen wir eine gewisse Stärke des US-Dollars, die Gold belastete. Im November gab Pfizer die Ergebnisse für seinen Impfstoff bekannt, die sehr positiv waren und für viel Euphorie am Markt sorgten. Und damit ging ein Ausverkauf am Goldmarkt einher. Anschließend gewannen die Demokraten im Januar die Kontrolle über den Senat und das brachte den Reflationshandel oder die Idee mit sich, dass die Demokraten deutlich mehr Anreize für die Wirtschaft schaffen würden. Das ließ die Zinssätze in die Höhe schnellen und der Dollar wertete auf, was ebenfalls einen gewissen Druck auf Gold erzeugte. Seit August konsolidiert Gold also in einer Spanne zwischen 1.800 USD und 2.000 USD je Unze.


Jenna Dagenhart: Für das Jahr 2021 gibt es viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Wie ist Ihr langfristiger Ausblick – neues Jahr, gleiche Risiken?


Joe Foster: Nun, sobald diese Konsolidierung abgeschlossen ist, kann Gold unseres Erachtens im Laufe des Jahres wieder auf über 2.000 USD je Unze steigen. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir uns immer noch mitten in einer Pandemie befinden. Die Verteilung des Impfstoffs läuft weniger reibungslos als geplant. Wir beobachten Virusmutationen auf der ganzen Welt. Wenn also das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte nicht ganz so rosig ausfällt, wie von vielen erwartet, könnte es eine gewisse Schwäche im US-Dollar geben, die Zinssätze könnten fallen und all das könnte sich positiv auf den Goldmarkt auswirken. Darüber hinaus denken wir, dass Gold bei all der Liquidität, die in das Finanzsystem gepumpt wird, irgendwann auf einen Inflationszyklus reagieren könnte.


Jenna Dagenhart: Apropos Liquidität und Stimulus: Ich habe viel über steigende Inflationserwartungen gehört, aber der Goldpreis scheint nicht darauf zu reagieren.


Joe Foster: Nun, dabei gilt es zu bedenken, dass COVID ein deflationärer Schock für die Wirtschaft war. So fielen die Inflationserwartungen im März und April letzten Jahres auf fast null. Seitdem sind sie tendenziell gestiegen, auf derzeit etwa 2%. Aber das ist der Wert, auf dem sie in den letzten 20 Jahren oder länger lagen. Wir sehen folglich eigentlich keinen inflationären Druck, und deshalb reagiert Gold auch nicht. Gold reagiert, wenn die Inflation außer Kontrolle gerät. Wenn also in diesem Umfeld die Inflation auf über 3% steigt und der Markt glaubt, dass die Fed [U.S. Federal Reserve] sich schwertut, die Inflation unter Kontrolle zu halten, dann würde es unserer Meinung nach am Goldmarkt eine sehr starke risikobezogene Reaktion geben.


Jenna Dagenhart: Wenn Sie in die Zukunft blicken, denken Sie, dass Gold auf längere Sicht reagieren wird?


Joe Foster: Ich denke, sobald die Wirtschaft wieder in Schwung kommt, ist es wirklich schwer zu glauben, dass all diese Billionen von US-Dollar an Konjunkturmaßnahmen, sowohl von der Federal Reserve als auch vom Finanzministerium, nicht irgendwann einen Inflationszyklus auslösen werden. Darüber hinaus können wir systemische Risiken ausmachen, die Gold nach oben treiben könnten. Dazu zählen die extrem hohen Schuldenstände, die auf der ganzen Welt bestehen, die Nullzinspolitik, Vermögensblasen, die in diesen Tagen scheinbar überall auftauchen, eine mögliche Schwäche des Greenback – all diese systemischen Risiken können unserer Meinung nach den Goldpreis längerfristig markant nach oben treiben.


Jenna Dagenhart: Was bedeutet die Dynamik von Gold schließlich in Anbetracht all dieser Risiken für die Goldproduzenten?


Joe Foster: Freier Cashflow. Diese Unternehmen generieren eine Menge Cash. Fundamental sind sie gesund, sie verfügen über starke Bilanzen und die meisten Unternehmen halten ihre Kosten unter tausend Dollar pro Unze. Sie generieren Renditen für die Aktionäre durch Dividenden und Aktienrückkäufe. Außerdem sind sie niedrig bewertet. Ich meine, die Bewertungen liegen weit unter den Niveaus, die wir das letzte Mal vor zehn oder zwölf Jahren sahen, als der Goldpreis bei 1.800 USD lag. Die Aktien sind also attraktiv, fundamental solide und generieren wachsende Aktionärsrenditen. Daher erachten wir Goldaktien als eine hervorragende Möglichkeit, sich am Goldmarkt zu engagieren.


Jenna Dagenhart: Vielen Dank Herr Foster, dass Sie Ihre Erkenntnisse heute mit uns geteilt haben. Es ist toll, dass Sie heute zu uns kommen konnten.


Joe Foster: Mit Vergnügen.


Jenna Dagenhart: Und vielen Dank fürs Zuschauen. Das war Joe Foster, Portfoliomanager der Goldstrategie von VanEck, und ich bin Jenna Dagenhart von Asset TV. Um regelmäßig Einblicke der Experten von VanEck zu erhalten, können Sie uns unter vaneck.com/ucits/subscribe abonnieren.