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Schaffung und Rücknahme von ETF-Anteilen verstehen

Wie Aktien werden auch ETFs an jedem Börsentag gehandelt. Und ähnlich wie Aktien können ETFs an der Börse über jede Händlerplattform gekauft oder verkauft werden. Ein wichtiger Unterschied zwischen ETFs und Aktien besteht indes darin, dass der Wert eines ETF von einem zugrunde liegenden Wertpapierportfolio abgeleitet wird. In der Folge kann der Preis eines ETF am Sekundärmarkt manchmal vom Wert der zugrunde liegenden Wertpapiere abweichen. Wenn der Preis am Sekundärmarkt über dem Nettoinventarwert eines ETF notiert, wird dies als Aufschlag bezeichnet. Im umgekehrten Fall, wenn der Sekundärmarktpreis unter dem Nettoinventarwert des Portfolios liegt, wird der ETF zu einem Abschlag gehandelt. Wenn dieser Fall eintrifft, verfügen ETFs über einen sogenannten Primärmarktmechanismus. Damit wird der aufgebaute Druck wieder durch einen Auf- oder Abschlag zum Teil abgelassen.

Falls ein ETF zu einem Aufschlag gehandelt wird, werden die Market Maker und die autorisierten Teilnehmer aktiv Anteile schaffen. Dadurch erhöhen sie effektiv das Angebot des ETF, was den Preis am Sekundärmarkt drückt und so wieder dem Nettoinventarwert annähert. Das genaue Gegenteil tritt ein, wenn der ETF gegenüber seinem Nettoinventarwert zu einem Abschlag gehandelt wird. Dann würden Market Maker und autorisierte Teilnehmer Anteile zurücknehmen und effektiv das Angebot senken. Dieser Mechanismus dient dazu, den Sekundärmarktpreis und den Nettoinventarwert von ETFs im Einklang zu halten.

Liquiditätsüberlegungen für den Aufbau eines ETF-Portfolios

Beim Aufbau eines ETF-Portfolios sollte unbedingt das durchschnittliche tägliche Volumen eines ETFs (ADV) berücksichtigt werden. Andererseits sollte eine Entscheidung für oder gegen einen ETF meiner Ansicht nach nicht alleine auf der Grundlage dieses einen Faktors getroffen werden. Der Grund dafür ist, dass der ADV gemäß unserer Erfahrung das Liquiditätsprofil eines Fonds nicht umfassend wiedergibt. Die Liquidität eines ETF gliedert sich in zwei Komponenten. Der ADV ist ein guter Indikator für die Liquidität am Sekundärmarkt. Wichtiger ist aber bei vielen aufkommenden oder neueren ETFs die Liquidität der zugrunde liegenden Wertpapiere, denn die Market Maker werden den Großteil der Liquidität hiervon ableiten.

Die Rolle des Kapitalmarkt-Desk eines ETF Sponsors

Aus Sicht der Anleger sind vor dem Handel bereits umfangreiche Ressourcen verfügbar. Anleger können sich an die Market Maker oder direkt an die Liquiditätsgeber wenden. Sie können die Due Diligence selber durchführen, ihren Verwahrer kontaktieren oder sich an den Kapitalmarkt-Desk des Sponsors wenden. Die meisten Kapitalmarkt-Desks der Sponsoren sind keine Handels-Desks. Sie sind ausschließlich dafür da, dem Kunden die bestmögliche Erfahrung zu bieten. Ich möchte aus meiner Perspektive sicherstellen, dass der Kunde letztlich die bestmögliche Erfahrung hat, wenn er in unsere Produkte investiert und wieder aussteigt. Wir haben keine eigenen Interessen, außer, aufgrund der treuhändischen Pflicht gegenüber unseren Kunden die bestmögliche Ausführung zu erreichen. Ich glaube, ein weiterer Mehrwert der Kapitalmarkt-Desks bei den Sponsoren ist der Umstand, dass diese Abteilungen in ihrem Produktbereich wahrhafte Experten sind, vor allem wenn man die Verbreitung von ETFs sowie beispielsweise die zahlreichen Feinheiten im Zusammenhang mit der Erschaffung oder Rücknahme dieser Produkte bedenkt. Für Verwahrer und Liquiditätsgeber ist es typisch, all diese kleinen Details festzuhalten.