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Wichtige Faktoren, die sich auf die Rohstoffmärkte auswirken


Es gibt drei wichtige Faktoren, die derzeit die Rohstoffmärkte beeinflussen. Zunächst ist der Handelskrieg zwischen den USA und China zu nennen. Zweitens die globalen Zentralbanken. Diese sind aggressiv zu einer Lockerung übergegangen, was Unterstützung bietet. Und zu guter Letzt ist die Richtung des US-Dollar hervorzuheben, der im laufenden Jahr zwar meist in einer Handelsspanne verharrte, aber stark tendierte. Ich denke, das sind die drei wichtigsten Faktoren, die als Makroeinflüsse zurzeit den Ausblick für die Rohstoffmärkte bestimmen.


Auswirkungen auf die Nachfrage


Denkt man über die Handelskriege und die Handelszölle nach, welche die USA gegen China verhängt haben, sieht man, dass sich die Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich gewandelt haben. Und das ist der wichtigste Treiber für die Nachfrage in den Rohstoffsektoren. Schaut man sich die Entwicklung der Handelsgespräche in diesem Jahr an, war die Stimmung zu Beginn des Jahres relativ freundlich. Im Mai gerieten die Gespräche dann bekanntermaßen ins Stocken. Im Juni wurde bei den Handelsgesprächen eine Waffenruhe ausgerufen und zu dem Zeitpunkt hellte sich auch die Stimmung wieder auf. Und kürzlich haben die USA weitere Strafzölle auch gegen die letzten verbleibenden Exporte verhängt. Das ist eine sehr wichtige Entwicklung und es ist schwer absehbar, wie es weitergehen wird. Mit Blick auf die Zentralbanken hat die U.S. Federal Reserve (Fed) zu Beginn dieses Jahres den Übergang zu einer Lockerung der Geldpolitik angekündigt. Schließlich erfolgte Anfang Juli die erste Zinssenkung um 25 Basispunkte und die quantitative Straffung wurde beendet.


Viele andere Zentralbanken haben ihre Geldpolitik recht aggressiv gelockert. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Geldpolitik vermutlich im September lockern. Es gibt also einen weltweiten Wandel zu einer expansiveren Geldpolitik. Das sollte den globalen Wachstumsausblick für das kommende Jahr stützen. Somit gibt es zwei konkurrierende Kräfte, die abwechselnd beeinflussen, was für eine Entwicklung die Anleger bei der Nachfrage erwarten.


Die Unternehmensrentabilität hat sich erfreulich entwickelt. Die Konjunktur war gut. Wir haben immer gesagt, dass die Konjunktur in China zwischen dem „alten“ und dem „neuen“ China ausgewogen war. Warum also sind die Aktienkurse so stark gefallen?


Ich hatte erwartet, dass sich der US-Dollar nach der ersten Lockerung durch die U.S. Federal Reserve etwas abschwächen würde. Der Greenback verharrte aber in seiner etablierten Handelsspanne. Wenn die U.S. Federal Reserve ihre Geldpolitik weiter lockert, um die negativen Auswirkungen der Handelszölle auf die Weltwirtschaft und somit auch auf die US-Wirtschaft zu kompensieren, dann sollte der US-Dollar ab einem bestimmten Zeitpunkt nachgeben.


Die Kursrückgänge in China dürften eine Folge des Schuldenabbaus in der Wirtschaft gewesen sein, der vor einem oder zwei Jahren begonnen hatte.


Erwartungen für 2019 und darüber hinaus


Viele Dinge sind ungemein wichtig, wenn man alle unterschiedlichen Einflüsse von einem Makro-Standpunkt aus betrachtet. Aber aus fundamentaler Sicht sind wir bei VanEck der Ansicht, dass die Angebotsseite eingeschränkt ist und dass eine echte Chance für sehr aufregende Rohstoffmärkte in den kommenden Jahren besteht. Darüber hinaus würde ich sagen, dass die Zentralbanken ihre Geldpolitik recht aggressiv lockern oder zumindest eine aggressive Lockerung signalisiert haben. Damit dürfte die Bühne frei sein für einen möglichen Inflationsdruck. Das gilt besonders für den Fall, dass der Handelskrieg beigelegt wird. Dann würde ein Umfeld bestehen, in dem eine geldpolitische Lockerung das Wachstum der Weltwirtschaft stützt. Gleichzeitig dürften die Erwartungen eines negativen Wachstums aufgrund der Strafzölle wieder aufgehoben werden. Wenn die Handelsstreitigkeiten beigelegt werden könnten, dürften die Erwartungen für die Rohstoffnachfrage eventuell sehr stark werden.


Ich freue mich also auf die kommenden Jahre und bin der Ansicht, dass dieser Zeitpunkt mittlerweile sehr nahe gerückt ist. Wir bei VanEck glauben, dass die Situation dem Umfeld Ende der 1990er Jahre sehr ähnlich ist. Damals waren die Rohstoffe schon eine ganze Weile nicht besonders beliebt. Das ging bereits ein ganzes Jahrzehnt so und Anfang der 2000er Jahre zog das Wachstum der Weltwirtschaft dann kräftig an. Rohstoffe waren in diesem Zeitraum die führende Anlageklasse.