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14 Oktober 2026
Dieser Artikel behandelt die Marktentwicklung bis Ende September 2026. Alle Zahlen zur Wertentwicklung sind in US-Dollar angegeben. Die Renditen können aufgrund von Wechselkursschwankungen steigen oder fallen. Die vorstehend genannten Zahlen decken einen einzigen Monat ab: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse, und der Wert von Anlagen kann sowohl fallen als auch steigen, sodass Anleger möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurückerhalten.
Der September war ein schwieriger Monat für Gold. Nach einer starken Rallye im August notierte das Metall Anfang September bei 4.473 USD.1 Am 16. September hob die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins um 25 Basispunkte an, was weithin erwartet worden war. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen im Laufe des Monats deutlich, wobei die zehnjährigen Renditen zum Monatsende mit 5,3 % auf einem Niveau lagen, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde. Die Kombination aus steigenden Renditen und einem stärkeren US-Dollar sorgte für erheblichen Gegenwind, und Gold schloss im September bei 4.157,41 USD. Dies entspricht einem Rückgang von 280 USD pro Unze (-6,31 %) für den Monat. Auch Goldaktien spürten den Druck und der MarketVector Global Gold Miners Index (MVGDXTR) gab um 10,89 % nach.2
Die jährlichen Konferenzen in Colorado verzeichneten erneut eine hohe Teilnehmerzahl, darunter Produzenten, junge Unternehmen, institutionelle Anleger, Banken und Unternehmensentwicklungsteams. Die Stimmung war ruhig, konzentriert und auffallend frei von Sorgen um den Goldpreis.
Wir haben bei keinem unserer Treffen über die Aussichten des Goldpreises gesprochen. Die Unternehmen versuchen keine optimistischen Goldpreisszenarien zu verkaufen, um ihre Pläne zu rechtfertigen. Das müssen sie nicht. Auf dem aktuellen Preisniveau haben viele der Produzenten, mit denen wir uns getroffen haben, starke Bilanzen, durch den internen Cashflow finanzierte Investitionsprogramme und Margen, die sich dem Rekordniveau nähern. In den Gesprächen ging es um den Geschäftsbetrieb, die Umsetzung und das Wachstum, nicht um den Goldpreis. Dies ist ein Sektor, der durch den Zyklus gereift ist, die Lehren vergangener Bullenmärkte verinnerlicht hat und sich weitgehend auf die Wertschöpfung konzentriert. Für langfristige Anleger in Goldaktien ist genau diese Disziplin ein Argument dafür, dass Goldminenunternehmen ein geeignetes Instrument für ein Engagement im Goldsektor darstellen.
Der Precious Metals Summit konzentriert sich auf junge Unternehmen und Unternehmen in der Entwicklungsphase, die Projekte im Bereich Gold, Silber und anderer Metalle vorantreiben. Bei der diesjährigen Konferenz nahmen so viele Vertreter sowohl von Investoren auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten als auch von größeren Unternehmen, die nach Übernahmekandidaten Ausschau hielten, teil wie nie zuvor – was ein Zeichen dafür ist, wie sehr sich das Umfeld angesichts der aktuellen Goldpreise verändert hat. Kapital stellt für dieses Marktsegment nicht mehr den Engpass dar, der es einst war, und die meisten Entwickler, mit denen wir gesprochen haben, konnten ausreichende Finanzmittel beschaffen, um ihre Projekte entscheidend voranzubringen.
Uns haben die Fortschritte in unserem gesamten Portfolio ermutigt. Mehrere Unternehmen sind auf dem besten Weg, im Jahr 2027 die Produktion aufzunehmen, andere haben kürzlich wichtige Bergbaugenehmigungen erhalten oder stehen kurz vor der Genehmigung, und wieder andere erweitern ihre Ressourcenbasis durch aktive Bohrprogramme. Die Kehrseite eines gut finanzierten Jungunternehmenssektors ist jedoch die zunehmende Zahl von Projekten minderer Qualität, die vorangetrieben und vermarktet werden, aber bei niedrigeren Goldpreisen nicht rentabel gewesen wären. Angesichts des expandierenden Unternehmensuniversums und zunehmenden Bandbreite der gebotenen Qualität sind disziplinierte Due-Diligence-Prüfungen besonders wichtig. Manche Unzen wurden mit einem anderen Maßstab gemessen. Die zentrale Herausforderung in diesem Marktsegment besteht darin, die wirklich überzeugenden Chancen von den riskanteren, komplexeren, potenziell unwirtschaftlichen Projekten zu unterscheiden, die möglicherweise niemals zu bedeutenden Vermögenswerten werden.
Wir haben uns im Rahmen des Mining Forum Americas 2026 mit über 35 Unternehmen getroffen. Wenn es ein dominantes Thema bei unseren Besprechungen mit Produzenten gab, dann war es die Frage der Umsetzung. Angesichts der aktuellen Goldpreise hat sich die Debatte längst von der Frage „Kann die Branche Cashflow generieren?“ – was sie in reichlich Maße tut – hin zu der Frage „Können die Führungsteams ihre Ziele erreichen?“ verschoben. Der Markt achtet genau auf diese Unterscheidung, und die Kluft zwischen Unternehmen, die ihre Ziele umsetzen, und solchen, die ins Straucheln geraten, spiegelt sich in der Kursentwicklung wider.
Mehrere Unternehmen hatten im Laufe des Jahres mit Betriebsstörungen zu kämpfen, zum Beispiel mit instabilen Grubenwänden, seismischen Aktivitäten unter Tage und Ausfällen der Infrastruktur. Willkommen beim Bergbau. Darüber haben wir in unserem letzten Blog berichtet. Manchmal laufen Dinge schief, selbst in den besten Unternehmen. Deshalb ist die Qualität der Reaktion der Unternehmensführung genauso wichtig wie der Vorfall selbst. Unternehmen müssen schnell kommunizieren, die Auswirkungen klar beziffern und zeigen, wie ihre breitere Vermögensbasis dazu beitragen kann, die Schwäche der angeschlagenen Anlage auszugleichen. Wir treffen uns mit diesen Unternehmen, um die Art der betrieblichen Probleme zu ermitteln: Ist es ein einmaliges oder ein längerfristiges Problem? Ist Ertragspotenzial verloren gegangen oder aufgeschoben? Spiegeln diese Misserfolge tiefgreifende verfahrenstechnische oder technische Probleme wider, oder liegen sie größtenteils außerhalb des Einflussbereichs der Geschäftsführung? Die Antworten auf diese Fragen bestimmen unsere Anlageentscheidungen.
Was das Wachstum angeht, ziehen wir im Allgemeinen organische Expansion in der Nähe bestehender Infrastruktur gegenüber Greenfield-Projekten vor. Bei den derzeitigen Goldpreisen verfügen etablierte Produzenten jedoch über die finanzielle Flexibilität, Fusions- und Übernahmechancen in Betracht zu ziehen, Projekte neu zu bewerten, Investitionsprogramme anzupassen oder zu beschleunigen und in die Exploration zu investieren. Die Einführung von Dividenden und Aktienrückkäufe werden immer üblicher, selbst bei kleineren Unternehmen. Absicherungsprogramme werden derzeit abgewickelt oder laufen bewusst aus, wobei Unternehmen mit großen Kapitalverpflichtungen Programme auflegen, die Cashflows vor Verlusten schützen und gleichzeitig das Potenzial für eine Beteiligung an Kursgewinnen beim Goldpreis erhalten. Bei der Schätzung von Reserven und Ressourcen sowie bei wirtschaftlichen Projektanalysen werden weiterhin Goldpreise zugrunde gelegt, die unter dem Kassakurs liegen – ein konservativer Ansatz, der ein anhaltendes Bekenntnis zu rentablen Betriebsabläufen und zur Wertschöpfung über den gesamten Zyklus hinweg erkennen lässt.
Das Übernahmeangebot von Gold Fields für Northern Star Resources war auf der diesjährigen Konferenz das größte Thema. Sollte die Transaktion abgeschlossen werden, würde das nach Produktionsvolumen zweitgrößte Goldbergbauunternehmen der Welt entstehen. Northern Star Resources hat das Angebot zwar abgelehnt, doch Gold Fields könnte mit einem überarbeiteten Angebot antworten. Zu den strategischen Gründen zählen operative Synergien durch Überschneidungen bei den Ressourcen in Australien, erhebliche Steuervorteile und positive Skaleneffekte. Die zu erwartenden Herausforderungen sind ebenso groß – die Integration großer, geografisch verstreuter Geschäftsbereiche über verschiedene Unternehmenssitze und Aktionärsregister hinweg sowie die Handhabung der erforderlichen behördlichen Genehmigungen. Wir sind der Ansicht, dass es in der gesamten Branche zahlreiche Konsolidierungschancen gibt. Dabei müssen Unternehmen aber unbedingt jede Transaktion ausschließlich anhand der Wertschaffung auf der Basis konkreter, quantifizierbarer Synergien und Vorteilen beurteilen und dabei gleichzeitig die erhöhten Risiken berücksichtigen, die mit einem größeren Betrieb einhergehen.
Der Arbeitskräftemangel gilt nach wie vor als eine der am häufigsten genannten Herausforderungen in der gesamten Branche. Das Handwerk ist der Bereich mit dem größten Personalmangel, und der Druck nimmt bei Neubauprojekten weiter zu, wo es in einigen Regionen insbesondere an Tier-1-Projektingenieuren, Beratern und Bauleitern mangelt. Unternehmen reagieren darauf mit einer Reihe von Maßnahmen: Einstellungs- und Bindungsprämien, Anreizprogramme, erweiterte Schulungsangebote und der Einsatz erfahrener Mitarbeiter in verschiedenen Betriebsbereichen. Außerdem legen sie großen Wert auf eine effektive Verwaltung der Projektpipelines, damit die Bau- und Projektteams zügig von einer Baustelle zur nächsten wechseln können, was den Einsatz von internem und externem Personal optimiert. Tagebaubetriebe scheinen in Bezug auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften besser aufgestellt zu sein als Untertagebergwerke. Unternehmen, die in Kanada, den Vereinigten Staaten und Australien tätig sind, berichten durchweg von einem höheren Druck als Unternehmen in anderen Teilen der Welt.
Das geografische Risikoprofil eines Portfolios sowie die Fähigkeit der Managementteams im Umgang mit den regulatorischen, ökologischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an den Betriebsstätten sind ein immer wiederkehrendes Thema bei all unseren Meetings.
In den Vereinigten Staaten beginnt sich das FAST-41-Genehmigungsverfahren als wirksamer Beschleuniger zu bewähren. Projekte in der Entwicklungsphase, bei denen dieses Verfahren übernommen wurde, berichten von verkürzten Genehmigungsfristen und einer besser strukturierten Zusammenarbeit mit den US-Bundesbehörden. Die Einstufung von Bergbauprojekten als Angelegenheiten von nationaler Bedeutung sorgt für echte Dynamik in den Genehmigungsverfahren – eine willkommene Wende für eine Branche, die das Genehmigungsverfahren in den USA lange Zeit als eines ihrer größten Risiken angesehen hat.
In Afrika äußerten sich Unternehmen, die in Marokko und der Elfenbeinküste tätig sind, konstruktiv zu ihren jeweiligen Rechtsrahmen. Ghana hingegen warf deutlich mehr Fragen auf. Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Bergbaus durch Auftragnehmer sowie anstehende Pachtvertragsverlängerungen bei großen Betrieben führen zu erheblicher Unsicherheit für Unternehmen, die dort in erheblichem Umfang engagiert sind. An der Situation wird über Kontakte zur Regierung und Dialoge aktiv gehandhabt, es wird jedoch deutlich, wie schnell sich das Risikoprofil eines Landes verändern kann und welche weitreichenden Folgen diese Veränderung für große Investitionsentscheidungen haben kann.
An anderer Stelle erwies sich Kolumbien als positive Überraschung. Mögliche politische Kursänderungen der neu gewählten Regierung scheinen das Interesse an Entwicklungsprojekten wiederzubeleben, die zuvor auf Eis gelegt worden waren. Mexiko wird weiterhin mit Vorsicht behandelt.
Die Kursentwicklung der in Australien notierten Goldproduzenten als Gruppe blieb hinter der ihrer nordamerikanischen Pendants zurück. In unseren Meetings haben wir weiter die Gründe für diese Underperformance untersucht, wobei Unternehmen eine Vielzahl von Erklärungen angeboten haben. Es scheint sich um eine Kombination verschiedener Faktoren zu handeln: Programme zur Absicherung gegen Goldpreisschwankungen, erhöhte kurzfristige Investitionsausgaben, die Markteinschätzung, dass australische Produzenten stärker dem Druck durch steigende Kraftstoffkosten ausgesetzt sind, Spekulationen über Änderungen der Kapitalertragsteuer sowie die strukturelle Verlagerung von Altersvorsorgefonds hin zu internationalen Anlagen. Die Unterscheidung zwischen unternehmensspezifischen fundamentalen Entwicklungen und vorübergehenden Markttrends, die sich auf Kapitalströme und die allgemeine Stimmung in der Branche auswirken, ist ein wichtiger Schritt bei der Identifizierung attraktiver Anlagechancen.
Der Gesamteindruck von der Colorado 2026 zeichnet das Bild einer Branche, die sich in guter Verfassung befindet, diszipliniert arbeitet und zunehmend eher anhand der Qualität ihrer Umsetzung als anhand ihrer Abhängigkeit vom Goldpreis bewertet wird. Das ist unserer Meinung nach eine solide Grundlage, und bei Goldaktien sind weiterhin vielversprechende Chancen zu finden.
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1 World Gold Council (30.09.2026)
2 MarketVector (30.09.2026)
Quellen der Daten/Informationen, sofern nicht anders angegeben: Bloomberg und Research des Unternehmens, September 2026.
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