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Jenna Dagenhart: Hallo und herzlich willkommen bei Asset TV. Shawn Reynolds, Portfoliomanager bei VanEck, kommt jetzt zu uns, um uns seinen Ausblick für das vierte Quartal und mehr mitzuteilen. Herr Reynolds, können Sie uns ein Update über einige der wichtigsten Sektoren im Bereich der natürlichen Ressourcen geben, sowie über die Reaktion und die Rolle bei der globalen Erholung?


Shawn Reynolds: Gern. Vielen Dank für die Einladung, Frau Dagenhart. Die meisten Bereiche, in die wir investiert haben, sind natürlich sehr, sehr stark von der wirtschaftlichen Erholung auf der ganzen Welt abhängig, und es ist klar, dass die verschiedenen Branchen ganz unterschiedlich reagiert haben. Im traditionellen Energiesektor sind die Aussichten schwierig. Die Vernichtung der Nachfrage war gravierend, und wir rechnen erst irgendwann 2021 mit einem starken Aufschwung. Unsere eigentliche Befürchtung ist, dass die Unterinvestition in traditionelle Energieträger, Öl und Gas, derart ausgeprägt ist, dass wir in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 ein Ungleichgewicht in der anderen Richtung erleben könnten, in dem das Angebot mit der sich erholenden Nachfrage nicht Schritt halten kann. Daher sieht es mit der traditionellen Energie auf absehbare Zeit etwas schwierig aus.


Shawn Reynolds: Alternative Energien hingegen haben sich sehr gut entwickelt. Das Großartige an alternativen Energien ist, dass dieser Bereich jetzt wirklich wettbewerbsfähig gegenüber herkömmlichen Energieformen wird. Wenn man sich an die letzten 10 oder sogar 20 Jahre zurückerinnert, in denen wir Investoren in diesem Bereich waren, dann konnten alternative Energien in wirtschaftlicher Hinsicht mit herkömmlichen Energieformen nur schwer Schritt halten. Da wir jetzt allmählich von einigen beschlossenen Konjunkturprogrammen weltweit profitieren und sich außerdem die Technologie ganz einfach weiterentwickelt, sieht es mit alternativen Energien recht gut aus.


Shawn Reynolds: Auf der Bergbauseite ist die Lage wie schon in den letzten 20 Jahren unvermindert stark von China abhängig. China hat sich eigentlich gut von der Pandemie erholt, und wir sehen, dass Mineralien und Rohstoffe wie zum Beispiel Eisenerz und Kupfer recht gut abgeschnitten haben, und das ist eine große Unterstützung für die Industrie. Aber noch wichtiger im Hinblick auf die Branche ist, dass sie sich am Ende einer mehrjährigen Umstrukturierung befindet, in deren Verlauf die Unternehmen ihre Bilanzen mit Schwerpunkt auf den Kosten und Erträgen grundlegend saniert haben. Die Renditen auf das Kapital, das sie in all ihre Projekte investieren, sind im Moment eigentlich recht hoch. Die Unternehmen generieren eine Menge freien Cash-Flow und geben diesen in Form von Dividenden an die Anteilseigner zurück.


Shawn Reynolds: Das trifft auch absolut auf den Goldbereich zu. Jetzt profitieren die Unternehmen in diesem Bereich sowohl von makroökonomischen, massiven geld- und fiskalpolitischen Anreizen weltweit, als auch von Gold als Wertspeicher. Sie profitieren also von der Makro-, aber auch von der Mikroseite. Auch hier haben die Umstrukturierungen, die diese Unternehmen genau wie im diversifizierten Bergbau durchlaufen haben, ihre Bilanzen gründlich instandgesetzt. Und vor allem aus heutiger Warte mit Blick auf das letzte, d. h. das dritte Quartal können wir im Goldsektor viele hervorragende Ergebnisse, gemessen etwa am freiem Cashflow und an den Dividendenerhöhungen, beobachten.


Shawn Reynolds: Der Landwirtschaftsbereich schließlich gestaltet sich recht uneinheitlich. Offensichtlich hatte COVID ziemlich schwerwiegende Auswirkungen auf die Nachfrage von Restaurants nach Proteinprodukten, Hühnchen, Rindfleisch und was weiß ich nicht alles, aber ein Teil davon wurde vom Einzelhandel, der Lebensmittelbranche, absorbiert. Da ist die Lage also etwas gemischt, aber natürlich wird sich die Nachfrage im Laufe der anstehenden Erholung – und das wird eine Weile dauern – mit Beginn des Jahres 2021 normalisieren.


Jenna Dagenhart: Und in diesem Sinne hat man wahrscheinlich das Gefühl, dass 2020 nicht früh genug enden kann, aber 2021 unmittelbar bevorsteht. Herr Reynolds, was erwarten Sie für das neue Jahr und bis zum Ende dieses Jahres?


Shawn Reynolds: Die größten Antriebkräfte sind die Konjunkturprogramme, die jetzt auf der ganzen Welt laufen, und bei vielen von ihnen gibt es in der Tat eine Verzögerung. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass für die Menschen auf der ganzen Welt, die Stimulus-Schecks oder Ähnliches erhalten haben, die Höhe der finanziellen Unterstützung wirklich wichtig war. Aber es bleibt noch viel zu tun, insbesondere auf der fiskalischen Seite, und das nicht nur hier in den Vereinigten Staaten. Daher hat diese Seite der Medaille noch nicht ausgespielt und bringt weiter Vorteile. Und wenn wir am Ende dieser Pandemie einen Impfstoff entwickeln, werden wir hoffentlich zu einer Situation zurückkehren, in der die Nachfrage in allen Bereichen der Industrie wieder ansteigen wird.


Shawn Reynolds: Aber noch einmal: Worin wir investieren, ist die Basis, ist das Fundament, und wenn sich dort erst der Aufschwung einstellt, denken wir, dass das ziemlich stimulierend wirken wird. Trotzdem ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es sich hier nicht um eine zyklische Positionierung handelt, und ich glaube, ich habe vorhin bereits darauf aufmerksam gemacht, dass im Grunde jede Industrie, in die wir investieren, Anfang 2020 auf Branchen- und Unternehmensebene in einer wirklich guten Verfassung war. Das heißt, die Unternehmen haben einige Jahre lang... sie haben unter niedrigen Preisen und einer schwierigen Wirtschaftslage gelitten. Das hat sie allerdings zu Umstrukturierungen gezwungen und sie mussten sich wirklich mit ihren Geschäftsmodellen auseinandersetzen und prüfen, wie diese neu aufgestellt und definiert werden müssen und wie sie in der Zukunft Erfolg haben und gedeihen werden.


Shawn Reynolds: Es war entmutigend, dass viele der Unternehmen und Branchen Anfang 2020 in bester Verfassung waren und diese Ausgangslage dann von COVID sozusagen zunichtegemacht wurde. Das Großartige am dritten Quartal ist, dass viele dieser Vorteile mit Blick auf das vierte Quartal, wie ich bereits erwähnt habe, durch die Dividenden aus dem Bergbausektor allmählich zum Tragen kommen.


Jenna Dagenhart: Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Einblicke, Herr Reynolds. Es ist toll, dass Sie heute zu uns kommen konnten.


Shawn Reynolds: Sehr gern. Vielen Dank für die Einladung.


Jenna Dagenhart: Und vielen Dank fürs Zuschauen! Das war VanEck-Portfoliomanager Shawn Reynolds. Ich bin Jenna Dagenhart von Asset TV. Um regelmäßig Einblicke der Experten von VanEck zu erhalten, können Sie uns unter vaneck.com/ucits/subscribe abonnieren.