Anlagen in Anleihen

Was ist eine Anleihe?

Eine Anleihe ist ein handelbarer Schuldtitel. Ein Unternehmen, der Staat oder eine Organisation, die sich Geld leiht, gibt dafür einen Schuldtitel aus: die Anleihe. Der Geldgeber kann den Schuldtitel an einen Dritten verkaufen, der damit Anspruch auf die Zinszahlung und die Rückzahlung des Anleihebetrags erhält.

Die meisten Anleihen haben einen festen Zinssatz, den sogenannten Kupon.1 Anleihen haben meist eine bestimmte Laufzeit, an deren Ende der Anleihebetrag zurückgezahlt werden muss.

Was ist eine Anleihe?
Quelle: VanEck.

Was sind die Vorteile und Risiken von Anleihen?

Der wichtigste Vorteil von Anleihen besteht darin, dass sie weniger risikoreich als Aktien sind. Bei einem Konkurs muss das Unternehmen zuerst die Anleiheninhaber auszahlen. Erst dann kommen die Anteilseigner an die Reihe. Dieses geringe Risiko hat aber auch einen Nachteil: Die Risikoprämie für Anleihen ist niedriger. Deshalb ist langfristig eine geringere Rendite zu erwarten als bei Aktien.

Das sind die wichtigsten Risiken von Anleihen:

  • Kreditrisiko: Dies ist das Risiko, dass der Emittent den Anleihebetrag (bzw. einen Teil davon) und/oder Zinsen nicht zahlt. Oft ist zu hören, dass das Kreditrisiko bei Staatsanleihen geringer sei als bei Unternehmensanleihen. Denn der Staat könne ja Steuern erhöhen, wenn er mehr Geld braucht. Es hat aber in der Vergangenheit schon genügend Fälle gegeben, in denen Staaten ihre Anleihen nicht (vollständig) zurückgezahlt haben. In Schwellenländern ist dieses Risiko wesentlich höher.
  • Zinsrisiko: Dies ist das Risiko, dass sich der Wert der Anleihe bei steigenden Marktzinsen verringert. Der Wert einer Anleihe mit einem festen Kupon entwickelt sich umgekehrt zum Zinsniveau. Das liegt daran, dass Anleger bei steigenden Marktzinsen eine neue Anleihe mit einem höheren Kupon bekommen können. Dadurch verringert sich automatisch der Wert von bereits ausgegebenen Anleihen mit einem niedrigeren Zinssatz. Bei fallenden Marktzinsen dagegen steigt der Wert einer festverzinslichen Anleihe.

    Zinsrisiko
    Quelle: VanEck. Die Abbildung betrachtet lediglich die Zusammenwirkung von Marktzinsniveau und Anleihenkurs und lässt andere den Anleihekurs potentiell negativ beeinflussende Kriterien außer Betracht.
  • Währungsrisiko: Bei Anleihen, die in einer anderen Währung als der des Anlegers ausgegeben wurden, besteht ein Währungsrisiko. Angenommen, Sie investieren in eine auf US-Dollar lautende Anleihe und der Euro nimmt gegenüber dem Dollar an Wert zu. Dann fällt – in Euro gemessen – der Wert Ihrer Anlage. Natürlich kann das Währungsrisiko auch in die andere Richtung wirken: Wenn der Kurs des Euro fällt, steigt für Sie der Wert Ihrer Dollaranleihe.

Wie ist das Kreditrating zu interpretieren?

Ratingagenturen wie Standard and Poor’s, Fitch und Moody’s versuchen, das Kreditrisiko bestimmter Anleihen zu bewerten. Dies fassen sie in einem Rating zusammen: AAA ist die höchste Kreditqualität, C und D die niedrigste. Aber Achtung: In der Vergangenheit sind auch Unternehmen mit einem hohen Kreditrating zahlungsunfähig geworden. Kreditagenturen haben also keinesfalls die Wahrheit gepachtet.

Wie wird mit einer Anleihe eine Rendite erzielt?

Eine Rendite lässt sich auf zweierlei Art erzielen:

  • Flache Rendite: Das ist die Rendite aus den regelmäßigen Zinszahlungen.
  • Kursrendite: Das ist die Rendite, die erzielt wird, wenn der Marktwert der Anleihe steigt. Mögliche Gründe für den Anstieg:
    • Verringertes Kreditrisiko des Emittenten, beispielsweise durch eine bessere Konjunktur, durch betriebliche Optimierungen des Emittenten oder weil das Ende der Laufzeit naht, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit geringer wird.
    • Fallende Zinsen

Achtung: Die oben angesprochene Kursrendite kann auch negativ sein, beispielsweise wenn das Kreditrisiko zunimmt oder die Zinsen steigen.

Kurse und Renditen bei sich verändernden Zinssätzen
Quelle: VanEck. Die Abbildung betrachtet lediglich die Zusammenwirkung von Zinssätzen, Kursniveau und Anleihenrenditen und lässt andere den Anleihekurs potentiell negativ beeinflussende Kriterien außer Betracht.

Wie werden Anleihen durch die gegenwärtigen äußerst niedrigen Zinsen beeinflusst?

Anleger in Anleihen erleben momentan beispiellose Zeiten. Auf Euro lautende Staatsanleihen mit einem Kreditrating von AAA und einer Laufzeit bis zu 25 Jahren haben einen negativen Zinssatz.

Rendite von Euro-Staatsanleihen mit AAA-Kreditrating

Rendite von Euro-Staatsanleihen mit AAA-Kreditrating
Quelle: ECB Europe. Stand 30. September 2020.

Wenn Sie eine hochwertige Euro-Staatsanleihe bis zum Ende der Laufzeit halten, zahlen Sie also drauf! Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Sie Verlust machen. Sie könnten einen Kursgewinn erzielen, wenn die Markzinsen weiter fallen und Sie die Anleihe vor dem Ende der Laufzeit verkaufen.

Die derzeitigen äußerst niedrigen Zinsen haben auch Einfluss auf Unternehmensanleihen. Sehr solvente Unternehmen wie Unilever haben auf bestimmten Anleihen ebenfalls einen negativen Zinssatz (Stand 21.04.2020).

Höhere Renditen lassen sich noch in Schwellenländern erzielen. Dem steht aber ein höheres Kreditrisiko und in der Regel auch ein Währungsrisiko gegenüber.

Wie können Sie ein Portfolio mit Anleihen einrichten?

Wenn Sie das Risiko Ihres Anlageportfolios vermindern möchten, können Sie eventuell einen Teil davon in Anleihen anlegen. Weitere Informationen dazu finden Sie auch in diesem Artikel. Ihren Anleihenbestand wiederum könnten Sie gegebenenfalls nach Staats- und Unternehmensanleihen sowie nach Regionen streuen.

VanEck bietet Anleihen der folgenden Kategorien an:

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auf Anfrage: