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Fokus auf strukturellem Wachstum im Umfeld von Makrorisiken

DAVID SEMPLE: Im zweiten Quartal 2019 erzielten die Schwellenländer eine ordentliche Performance. Aber zur Jahresmitte, als die Handelsspannungen wieder aufflammten, gab es einige Verwerfungen. Eine zumindest unstete Waffenruhe dürfte wahrscheinlich sein und so die Schwellenländer künftig unterstützen. Gleichzeitig freuen wir uns, dass das Thema, in das wir investieren – strukturelles Wachstum zu einem vernünftigen Preis – im zweiten Quartal und auch im ersten Quartal eine gute Performance erzielt hat. Die strukturellen Wachstumsthemen, die unseren Aktivitäten zugrunde liegen, wurden reichhaltig entlohnt. Ich glaube, die Befürchtungen betrafen vielmehr die Einschätzung der künftigen Lieferketten, und in diesem Bereich wird nur zögerlich investiert. Und das hat das Geschäftsklima eingetrübt. Andererseits werden die Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft abwärts revidiert, in erster Linie aufgrund der geschäftlichen Entwicklungen. Viele Zentralbanken, darunter die U.S. Federal Reserve (Fed), die chinesische Notenbank People’s Bank of China und die Europäische Zentralbank, haben folglich ihre geldpolitische Haltung gelockert und das spiegelt sich auch in den Schwellenländern wider. Eine Reihe von Zentralbanken erleichtert mittlerweile den Zugang zu Kapital.

 

Schwerpunkt auf den Aktienrenditen

SEMPLE: Die Schwellenländer hinken nun schon seit geraumer Zeit dem S&P hinterher. Das hängt besonders mit der Stärke des US-Dollars zusammen, was sich negativ auf die Schwellenländer auswirkt, insbesondere nach der Umrechnung in US-Dollar. Es ist aber auch den steigenden Margen und den Renditen zuzuschreiben, welche US-Unternehmen ihren Aktionären geboten haben. In vielerlei Hinsicht dürfte dies ein Vorbild sein für die künftige Entwicklung von Unternehmen in den Schwellenländern. Ob es einen ähnlichen Konzentrationseffekt geben wird wie in den USA, was sich definitiv auf die Margen ausgewirkt hat, bleibt abzuwarten. Allerdings wird der Aktionärsrendite eine immer stärkere Bedeutung beigemessen. Dazu kam es, weil die Unternehmen das angenehme Problem zu hoher freier Cashflows haben. In den Schwellenländern strömen fast rekordhohe freie Cashflows in die Bilanzen mit (zu) niedrigen Verschuldungsquoten. Bei den Unternehmen dürfte sich also im zweiten Halbjahr und in der Zukunft eine zunehmende Dynamik in Sachen Kapitalmaßnahmen herausstellen.

 

Wo sich strukturelles Wachstum finden lässt

SEMPLE: Es gibt viele Elemente strukturellen Wachstums, in die wir gerne investieren. Jede Anlage, in der wir uns potenziell engagieren, muss über strukturelles Wachstum verfügen. Einige Bereiche, die unserer Ansicht nach sehr relevant sind für die Schwellenländer und in denen sich die Suche lohnt, sind die Sektoren Bildung und Gesundheitswesen. Der Bildungssektor ist vielerorts zweifelsohne auf der Erfolgsspur. Wer sich eine gute Bildung leisten kann, der wird sie sich auch gönnen. Daher ist dieser Bereich tendenziell weniger preisempfindlich als andere Ausgaben, die dem Konsum ähnlicher sind. Wir haben in vielen Ländern der Welt erfolgreich in den Bildungssektor investiert. Zum Beispiel haben wir eine langfristige Position in einem südafrikanischen Unternehmen gehalten, das in erster Linie Sekundarschulbildung anbietet. Denn in Südafrika ist das Bildungsergebnis mit Blick auf die Lernenden und ihre Leistungen in standardisierten Tests im Verhältnis zu den Bildungsausgaben recht dürftig.

Daher streben viele aus der Mittelschicht nach einer privaten Ausbildung. Und auch im Gesundheitswesen sind die von der öffentlichen Hand gebotenen Leistungen häufig unterdurchschnittlich oder schlechter verfügbar. Ob es sich nun um nötige Gesundheitsleistungen oder freiwillige operative Eingriffe handelt – der private Gesundheitssektor ist begehrt. Häufig können sich Regierungen nicht die richtigen Gesundheitseinrichtungen für die rasch alternde Bevölkerung leisten. Deshalb finden wir diesen Bereich attraktiv für Anlagen, vom pharmazeutischen Segment des Gesundheitswesens über den Vertrieb bis hin zu Krankenhäusern.